Glühwein oder Punsch und dazu gebrannte Mandeln oder heiße Maroni. Manchmal auch Ofenkartoffeln. Das war’s dann aber auch schon mit der Herrlichkeit traditioneller Christkindlmärkte. Nicht, dass das schlecht wäre. Es gibt kaum etwas Schöneres, als an einem verschneiten Dezemberabend mit Freunden einen Glühwein zu trinken. Für diejenigen unter euch, die es gerne etwas ungewöhnlicher haben, haben wir uns ein paar außergewöhnliche Adventmärkte angesehen. Den einen oder anderen könnte man fast schon als verrückt bezeichnen.
Tipp #1: Santa Pauli, Hamburgs geilster Weihnachtsmarkt
Getränke namens “Bordsteinschwalbe“, “Schenkelspreizer” oder “Ficken heiß mit Lustfrucht“. Sexy Engel, Dildos und Stripshows. Was man sich auf einem traditionellen Adventmarkt kaum vorstellen kann, ist im Hamburger Rotlichtviertel Realität. Der dortige Christkindlmarkt “Santa Pauli” hat von Ende November bis Weihnachten seine Tore geöffnet. Zu den Zelten, in denen die Stripshows stattfinden, hat man unter 18 Jahren keinen Zutritt, außerdem öffnen sie erst am Abend. Wer den Weihnachtsmarkt besuchen will, ohne in die erotischen Angebote zu nützen, sollte das vor 18 Uhr tun. Am Wochenende gibt es kurioserweise sogar ein Familienprogramm.
Tipp #2: Weihnachtsmarkt in der Fluweelengrot
Unter Valkenburg aan de Geul in den Niederlanden liegt die Fluweelengrotte. Im 12. Jahrhundert wurde mit dem dort abgebauten Gestein die Valkenburg erbaut, später diente das unterirdische Gangsystem als Fluchtweg aus der Burg. Genau in diesen Gängen, tief unter der Erdoberfläche, findet heute ein Adventmarkt statt. Besonders schön sollen die alten Holzkohlezeichnungen an den Wänden der Höhle sein. Von diesen abgesehen, bietet der Christkindlmarkt täglich Live-Musik, holländische Spezialitäten und alles, was sonst noch so dazu gehört.
Tipp #3: Chanukka-Markt im Jüdischen Museum
Im Jüdischen Museum in Berlin wird in Gedenken an die Wiedereinweihung des jüdischen Tempels in Jerusalem vor über 2000 Jahren das achttägige Lichterfest Chanukka gefeiert. Neben jüdischen Spezialitäten, einem Puppenspiel und Führungen durch das Museum darf natürlich eines nicht fehlen: Glühwein. Ganz wie es die jüdischen Speisegesetze verlangen, ist dieser selbstverständlich koscher. Das heißt in diesem Fall jedoch nur, dass er bei der Herstellung ganz genau überwacht wird und am Ende ein Zertifikat erhält. Im Geschmack unterscheidet er sich kaum von herkömmlichen Glühweinen. Das einzige Manko des Chanukka-Marktes: Dieses Jahr findet er leider nicht statt.
Tipp #4: Deutsches Weihnachtsmuseum
Weihnachtsmarkt in kurzer Hose und T-Shirt mitten im Sommer? Auch das ist möglich. In Rothenburg ob der Tauber in Bayern steht das Deutsche Weihnachtsmuseum. Der Name täuscht hier ein bisschen: Eigentlich ist es kein richtiges Museum, sondern viel mehr ein ganzjähriger Weihnachtsmarkt. Das Gebäude ist voll mit Christbäumen, Adventkränzen und anderen Deko-Gegenständen. Im Hintergrund hört man weihnachtliche Musik. Ein bisschen Museum ist die Veranstaltung dann aber doch. So werden nach Vereinbarung rund einstündige Führungen angeboten.
Tipp #5: Österreichische Design-Weihnachtsmärkte
Wer für einen Glühwein nicht unbedingt weit reisen, aber trotzdem einen außergewöhnlichen Christkindlmarkt besuchen will, wird auch in Österreich fündig. Vor allem Design-Adventmärkte sind keine Seltenheit. In Wien gibt es etwa die Weihnachtsmärkte im Schulzentrum in der Herbststraße und im Looshaus. Bei diesen können Kreationen von Schülern und Studenten gekauft werden, darunter Keramik, Mode und Schmuck. Der Christkindlmarkt im Waldbad Anif bei Salzburg steht ebenfalls im Zeichen von Kunst und Kultur. Beim sogenannten “Waldklang” werden unter anderem verschiedene Workshops angeboten, außerdem gibt es Kinovorführungen und Klanginstallationen.
Fazit
Wer also gewöhnliche Weihnachtsmärkte zu langweilig findet, hat durchaus auch andere Möglichkeiten. Mancher Adventmarkt ist tatsächlich ziemlich verrückt, andere sind “nur” ungewöhnlich. Ob es sich tatsächlich auszahlt, für so ein Erlebnis so weit zu reisen, ist natürlich die Frage. Wenn man aber ohnehin schon mal dort ist, ist der Abstecher sicher den Aufwand wert.









Ich kenne eigentlich nur die üblichen Weihnachtsmärkte. Aber danke für den Hinweis. Ich bin nächste Woche in Wien, so dass ich dort in der Herbststraße einmal vorbeischauen werde.
Viele Grüße
Benno Siegrist