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Wer in Italien urlauben will, kann dies getrost nach Lektüre der folgenden Regeln tun. So schwierig ist Italien nun auch wieder nicht. Respektiert man die Gewohnheiten der Italiener und lobt bei jeder Gelegenheit das italienische Essen, die italienische Mode und das Wetter, kann man eigentlich nicht mehr viel falsch machen.
1. Kein Trinkgeld nötig
Trinkgeld geben hat sich in Italien nie eingebürgert. Man muss wirklich kein Trinkgeld bezahlen in Italien, es ist tatsächlich völlig unnötig und wird meist mit einem eher ratlosem Blick der Italiener quittiert. Im Gegenteil ist Trinkgeld sogar eine unhöfliche Touristenmanier. Italiener hinterlassen höchstens ein paar Cent, oder Wechselgeld am Tisch zurück.
2. Die unendliche Suche nach Bahntickets
In den meisten großen Städten (Rom, Mailand, Neapel, Florenz) kann man keine Tickets in Bussen kaufen und muss diese entweder beim Zeitungsstand (edicola) oder der Trafik (tabaccaio) kaufen. Bei Zügen muss man das Ticket unbedingt vorher entwerten. In den kleinen Stationen ist der Schalter oftmals unbesetzt und die Ticketmaschine außer Betrieb, was den Ticketerwerb schwierig gestaltet, in diesem Fall bleibt nur mehr die Suche nach einer Trafik über. Falls diese ebenso geschlossen sein sollte, bleibt dann noch das Schwarzfahren. Dabei muss man empfindliche Strafen und verständnislose Kontrolleure in Kauf nehmen. Auch wenn Italien zuweilen als chaotisch empfunden wird, gibt es Regeln für alles und jeden und diese sollten auch befolgt werden. Selbiges gilt für das verbotene Rauchen in Lokalen: wer erwischt wird erntet absolutes Unverständnis! Übrigens sollte man in Italien immer flexibel sein und sich auf einen Fußmarsch einstellen, da sehr oft gestreikt (spontan oder auch angkündigt) wird.
3. Seltsame Essenszeiten
Mittagessen gibt es zwischen 13 Uhr und 15 Uhr. Je weiter man in den Süden reist, desto später wird das Abendessen zubereitet. Dies ist üblicherweise zwischen 21 Uhr und 22 Uhr 30 und kann sich über Stunden ziehen. Österreichische Essensgewohnheiten und –zeiten werden allgemein als ähnlich jener in einem Krankenhaus empfunden und dahingehend belächelt. Wem das Abendessen zu spät ist, der kann einen aperitivo einnehmen und sich zu den Italienern gesellen, die nach der Arbeit anstatt nachhause zu gehen, ein Glas Wein in einer Bar genießen.
4. Peperoni Pizza und amerikanische Touristen
Ein beliebter Fehler amerikanischer Touristen ist es, Peperoni Pizza zu bestellen, und ebenso, wie in den USA üblich, eine Pizza mit Salami zu erwarten. In Italien sind peperoni aber keine Salami, sondern das Gemüse, das wir als Paprika kennen. Dieser Fehler wird aber nur von Amerikanern gemacht und es ist immer wieder lustig, dies zu beobachten.
5. Wie man in einer Bar/ Gelateria bezahlt: zuerst bezahlen, dann bestellen? bestellen, dann bezahlen?
Die Kassa in den meisten Eisdielen und Bars ist ein sicheres Zeichen dafür, dass man seinen Kaffee oder sein Eis vor der Bestellung bezahlt und mit dem Kassenzettel (scontrino) danach sein Eis oder seinen Kaffee bestellt.
6. Absolut verpönt: Cappuccino am Nachmittag
Natürlich werden Touristen trotzdem bedient, wenn sie nach 14 Uhr einen Cappuccino bestellen, die Italiener ekeln sich aber vor der Vorstellung, Cappuccio zu einer anderen Gelegenheit als zum Frühstück mit einem Croissant zu konsumieren. Wenn man also unnötige Aufmerksamkeit vermeiden will, lieber Espresso bestellen, und ausschließlich nach dem Essen!
7. Italien im August:gähnende Leere in den Städten, urlaubende Italiener und überfüllte Strände
Wer im August italienische Großstädte besucht, wird wenige Italiener, geschlossene Läden und sogar leere Supermärkte vorfinden. Der August ist der Ferienmonat (ferragosto) der Italiener, nicht betroffen von der gähnenden Leere sind die Badeorte an der Adria. Orte wie Siena, Florenz oder Bologna sind jedoch weniger empfehlenswert. Im ferragosto kommt tatsächlich fast das gesamte bürokratische und wirtschaftliche Leben zum Erliegen, da sich alle Italiener diesen Urlaub nehmen, er ist quasi staatlich angeordnet. Da alle Italiener gleichzeit verreisen kommt es zu Staus, die Strände sind völlig überfüllt und Pensionen und Hotels ausgebucht.











1. In Südtirol gehört ein angemessenes Trinkgeld zum guten Ton, im restlichen Italien wird es wirklich “meist mit einem eher ratlosem Blick der Italiener quittiert” und zwar nicht nur in Bars und Restaurants, sondern überall.
7. “Ferragosto” ist nicht der “Ferienmonat August”, sondern der 15. August, der in Italien ein Feiertag ist, gleichzeitig mit dem katholischen Feiertag “Maria Himmelfahrt”. Der Begriff kommt vom römischen Feiertag “Feriae Augusti” der vom Kaiser Augustus 18 v. Chr. eingeführt wurde. Das “bürokratische und wirtschaftliche Leben” kommt nur in den 1-2 Wochen um den 15. August zum Erliegen
stimmt schon, ferragosto ist der 15. August, ich habe einen August in Siena und einen in Bologna verbracht, beide Städte waren leer
und dass man in Südtirol doch Trinkgeld geben kann, hab ich ganz vergessen, vielen Dank für den Hinweis
Aber wie Besserwisser bereits sagte sieht man das in Süd Tirol wie so vieles etwas anders. Dort sollte man wie in Deutschland lieber ein Trinkgeld zahlen, sonst sieht es komisch aus. Zumindest habe ich da etwas merkwürdige Blicke für kein Trinkgeld geerntet. Aber im restlichen Italien sollte man das gleich beim Essen bestellen berücksichtigen, dann kann man schließlich ein paar mehr Euro ausgeben, die man sonst fürs Trinkgeld braucht
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Trinkgeld ist in ganz Italien gerne gesehen. Ein paar Cent lässt man in der Bar (Espresso, Cappuccino …) Im Restaurant kann man, wenn man zufrieden ist, schon ein paar Euro auf dem Tisch liegen lassen. (Besser als dem Kellner in die Hand zu geben). In anderen Bereichen, wie z.B. Hotel (Rezeption, Bademeister, Träger) oder Reiseführer und Fahrer erwarten schon ein angemessenes Trinkgeld.